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Großfastnacht 2002 |
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Sonntag, der 10. Februar 2002 Gemäß Dienstplan hieß es pünktlich um 09:00 Uhr "Antreten vor dem Wachlokal !!". |
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Nach der Meldung des Feldwebels an unseren "Herrn
Hauptmann" erfolgte die Anzugsmusterung. Nun war es endlich soweit. Der Moment den wir alle seit Monaten so lange herbeigesehnt hatten: Die Camberger Großfastnacht hat für uns Gardisten jetzt richtig begonnen. Nach erfolgter Musterung durch Hauptmann und Major zogen die ersten Wachen der diesjährigen Kampagne vor dem Wachlokal und vor der Prinzenresidenz in der Thüringer Straße auf. Und eben vor der Prinzenresidenz ereignete sich bereits für ein paar wenige Gardisten der zweiten und dritten Gruppe einer der ersten Höhepunkte der diesjährigen Großfastnacht. Die sechs Gardisten wurden durch Prinzessin Irmgard I. in einem "Hauch von nix" vor der Haustür der Prinzenresidenz begrüßt. Von den gemachten Eindrücken sichtlich betroffen, wurden wir mit zwei bis drei Schnapsrunden ins Leben zurück geholt und konnten so, nachdem die Wachposten Lewis und Bibi auf ihren Posten zurück gelassen wurden, wiedererstarkt den langen Rückweg ins Wachlokal im Herzen der Altstadt antreten. Nachdem das große Frühstück im Wachlokal für die Freiwache beendet war und die sich auf Wache befindlichen Posten wieder ins Wachlokal zurückgekehrt waren, hieß es erneut gegen ca. 11:00 Uhr "Antreten vor dem Wachlokal". Das der anstehende Fototermin für uns ein weiterer Höhepunkt der diesjährigen Kampagne darstellen sollte, war zumindest den zahlreichen Gardisten, die bereits eine oder mehrere Großfastnachten erlebt hatten, im Vorfeld aufgrund der in den vergangenen Jahren gemachten Erfahrungen, schon bewusst. Das dieser auf dem historischen Marktplatz stattfindende Fototermin mit "Foto-Schmitte-Marlies" dennoch alle Erwartungen in den Schatten stellen sollte, konnten auch die altgedientesten Offiziere und (Ehren-)Gardisten nicht ahnen. So wurden auf dem Marktplatz "planlos umher irrende" Personen und Kraftfahrzeuge gnadenlos aus dem Hintergrund der mühevoll inszenierten Fotoaufstellung der Prinzengarde und Artollerie heraus verbannt. Mit Aufforderungen wie "die Autos müssen weg !!!" oder "bleiben sie doch nicht stehen, gehen sie bitte weiter !!!" verleihte "unsere Marlies" ihrem Unmut über die vielen "Schaulustigen" nachhaltig Ausdruck. Gegen ca. 12:00 Uhr gab es nach überstandenem Fototermin einen weiteren Höhepunkt, dessen Tradition bereits über Jahrzehnte einen festen Platz im Dienstplan der Prinzengarde einnimmt. Die Fahnenparade vor "Metzjer Karls" stand an. Bei strahlendem Sonnenschein verlief das in zahlreichen Übungsstunden gedrillte Szenario militärisch exakt über die Bühne. Zu unserer aller Freude fanden sich auch die während des Fototermins verbannten Zuschauer am Rande der Fahnenparade wieder auf dem Marktplatz ein. Angeführt durch unseren Major und unter musikalischer Begleitung des Musikzuges der Turngemeinde Camberg marschierten wir durch die Strackgasse, über Frankfurter- und Bahnhofstraße bis zur alten Post um dort eine weitere Tradition Camberger Fastnacht aufrecht zu erhalten: Die Prinzenparade stand an. Trotz mittlerweile aufziehender Wolken brachten wir auch dieses Manöver wie geplant über die Bühne. |
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Der eigentliche Höhepunkt kam im Verlauf
des Tages immer näher. Der große Umzug der Großfastnacht
2002 stand an. Nachdem wir unseren Bestimmungsort in der Pommernstaße/
Ecke Brandenburger Straße erreicht hatten, konnten wir den gesamten
Zug begutachten, bevor wir uns selbst in das Geschehen einreihten.Trotz
mehrerer kurzer Regenschauer konnte uns selbst das Wetter den Spaß
am ca. 3 km langen Umzug nicht nehmen. Immer wieder gaben die Unteroffiziere
Befehl zum "Schnaps fassen", den wir "Arschgardisten"
stets folge leisteten. "Befehl ist Befehl". |
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Mit zunehmender Dauer des Umzuges näherten wir uns gleichzeitig dem großen Parademarsch, der nach dem Ende des Umzuges traditionsgemäß auf dem Marktplatz stattfand. Nachdem wir lange noch nach Ende des Umzuges unserem großen Einsatz entgegenfieberten, war es dann endlich soweit. Unser Major ließ zum Parademarsch antreten und gab anschließend den Befehl auf den wir alle seit Monaten warteten: "Frrreiiiiiiii weg !!" schallte es über den Marktplatz und unter dem Jubel Tausender legten wir einen Parademarsch auf`s Pflaster, der unserem Major vor Stolz die Tränen der Rührung in die Augen trieb. Im Anschluss an den Parademarsch machten wir uns umgehend an die ersten "Verhaftungen nach Vorschrift", die sich noch bis spät in die Dunkelheit hinein fortsetzen sollten. Nachdem dann alle Gefangenen ordnungsgemäß verurteilt wurden und deren anschließende Auslösung vollzogen war, begann im Wachlokal eine Party, wie sie die Prinzengarde in ihrer langen Tradition noch nie erlebt hatte. Dies wurde von langjährigen Würdenträgern der Prinzengarde offiziell bestätigt. Mit Rücksicht auf die unmittelbare Nachbarschaft unseres Wachlokals verlegten wir den Rest der Party gegen Mitternacht in unser Stammlokal "die Kneipp", wo der erste Tag unserer diesjährigen Kampagne erst in den frühen Morgenstunden sein Ende fand. Trotzdem konnte auch am Rosenmontag unser Hauptmann bei der Frühmusterung unserem Major erneut die Vollständigkeit der Prinzengarde vermelden. Personelle Verluste waren Fehlanzeige. Ein neuer Tag begann und nahm einen nicht minder erfolgreichen und großartigen Verlauf wie der Vortag. Für einige wenige, die noch immer nicht genug hatten, ging das Feiern noch über den offiziellen Dienstplan hinaus und fand am Fastnachts-Dienstag in Erbach beim traditionellen und auch in der Kernstadt beliebten "Harezug" seine Fortsetzung, der dann im "Roten Ochs" seinen Höhepunkt erreichte. Vereinzelnde willenlos umher irrende Gardisten wurden am späten Abend noch im katholischen Pfarrheim auf einer Gehörlosen-Faschingsveranstaltung angetroffen, wo man sich unbemerkt unters Volk michte Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung sollten bei den Protagonisten Fürst und Arsch Florian aus der zweiten Gruppe eingeholt werden. |
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| Unter dem Motto "die Garde weint", nahm am Aschermittwoch eine Abordnung der Prinzengarde an den Trauerfeierlichkeiten anläßlich der Beisetzung der diesjährigen Großfastnacht teil. |
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Alles in allem war die Großfastnacht 2002 für alle Mitglieder der Prinzengarde ein Riesenerlebnis. Auch für solche "alten Hasen", die bereits mehrere Kampagnen mit der Garde erleben durften, war die von 2002 mit Sicherheit eine der besten; wenn nicht sogar die beste. W.W. |
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